Kritiken

 

Riegel (19.03.2011):
Alte Klassiker im ganz eigenen, charmanten Mix
Männerchor Öl des Südens in der ausverkauften Kumedi

“Jetzt müssen wir langsam anfangen zu schichten”. Klaus Spürkel hat eine halbe Stunde vor dem Auftritt des Freiburger Männerchores “Öl des Südens” in der Riegeler Kumedi seine Mühe, für jeden einen Platz zu organisieren. Ausverkauftes Haus - Vorschusslorbeeren, die es für “Öl des Südens” zu erfüllen gilt.
“Drei Männer, schön wie Sonnenschein” begrüßen die Zuhörer. Dass man dies nicht als Selbstbeweiräucherung, sonder vielmehr als selbstironisches Element verstehen soll, wird schnell deutlich. Mit “Buona Sere Signorina” zeigen die fünf Männer schnell die gesamte Palette ihrer Fähigkeiten. Ausdrucksstarke und detailverliebte Mimik und Gestik, sowie unerwartete Stilbrüche geben dem alten Lied einen neuen Lack - von Anfang an treffen “Öl des Südens” den Humor des etwa gleichaltrigen Publikums.
Im weiteren Verlauf des Abends folgt eine Lehrstunde des kreativen Umgangs mit Musik, geleitet vom charmant zurückhaltenden Moderator Johannes Ehmann. Mehr als simples “Du-ba” braucht es nicht, um einen fünfschichtigen Klangteppich zu erzeugen, der auch ohne textliche Basis prächtig unterhält. Die Männer auf der Bühne haben sichtlich Spaß daran, sich selbst ein wenig auf den Arm zu nehmen, mit “Ai bilief in jeschderdei” zollen sie ihrem schwäbischen Nationalcharakter Tribut - ohne dabei das musikalische Niveau fallen zu lassen.
Den Vergleich mit ihren Vorfahren, den Comedian Harmonists, suchen die Sänger selbst mit einem neuartigen Mix aus den drei bekanntesten Stücken der Altmeister. Dabei haben sie nicht den Anspruch, mit besonders beeindruckenden Einzel-Stimmen zu brillieren. Stattdessen schaffen sie mit angenehm präzisem Gesang eine Basis, die durch eine Garnitur komischer, schauspielerischer, akrobatischer, sprachlicher, rhythmischer oder instrumentaler Natur zu einem beeindruckendem Gesamtkunstwerk wird.
Die “Fuge aus der Geographie”, ein von Ernst Toch komponierter Sprechgesang, setzt dem ersten Teil des Programms die Krone auf. Den etwa vierminütigen Zungenbrecher geben ”Öl des Südens” in einer kaum nachvollziehbaren Präzision wieder, dazu noch im Kanon - Begeisterungsstürme beim Publikum.
Nach des Pause grenzen die Künstler ihr Programm thematisch ein, sie wollen ihre “musiko-erotische” Seite zeigen. Dementsprechend steht die zweite Stunde unter einem ebenso kurzen, wie komplexen Motto: “Kein Mensch ist einsamer, als der Mann, der liebt”. Beim Abschied von den kreativ-wilden Choreographien des ersten Teils geht die unterschwellige Komik jedoch nicht verloren. “Du bist nicht die Erste”, “Nur nicht aus Liebe weinen” und die Ode an den Goldfisch Helmut betrachten das Thema Liebe aus diversen Perspektiven.
“Öl des Südens” singen auch Herbert Grönemeyers Hit “Männer” - auf ihre ganz eigene Art. Die zurückhaltende chorale Version, die um Welten verletzlicher klingt als das Original, verleiht dem einstigen Chart-Hit einen ganz neuen Charme. Ein “Kenn ich schon Gefühl” kommt bei keinem Stück auf. Das zeigt sich auch beim Abschlussapplaus, der die Sänger zu drei Zugaben und einem abschließenden Highlight motiviert, eine Ode an ihre Wahlheimat Freiburg: “Badnerlied Cantamus, Bobbele Benedicamus”.

Ettenheimer Kulturkeller (17.06.10):
Reife Stimmkünstler erfreuten die Zuhörer
Der besondere Männerchor “Öl des Südens” brillierte im Ettenheimer Kulturkeller

Badens kleinster und schönster Männerchor”: Die Rede ist vom “Öl des Südens”; die sich vor 24 Jahren so benamsten Laiensänger traten zum dritten Mal im Ettenheimer Kulturkeller auf - und der platzte erwartungsgemäß abermals aus all seinen Nähten. Über hundert Gäste zwängten sich hinein, um einen Musikgenuß seltenerer Art zu erleben.

Getragener Einmarsch der Stimm-Gladiatoren. Kaum auf der Bühne angelangt, springt der Funke über: Die Buben (mit einem gesammelten Alter von ehedem mal 222 Jahren) können nicht nur prächtig a cappella singen, sie inszenieren dazu dezent mit umso brüllend  komischerer Gestik und Mimik ihre Vorträge. Die “Capri-Sonne” etwa, textlich bisweilen leicht “verbessert”: Rudi Schuricke, lebte er noch, hätte sich schiefgelacht ob der herrlich vorgetragenen Persiflage - so auch das Publikum. Stimmlich war alles korrekt, mit gebührendem Schmalz.
Helle Begeisterung auslösend
Die legendären “Comedian Harmonists” bieten noch heute Stoff genug für Spaßgesang. “Wochenend und Sonnenschein?” Schon damals mit deutlichen Anzüglichkeiten, wie wie auch beim “Kleinen grünen Kaktus”, den die um Freiburg herumwohnenden Barden zum Allerbesten gaben, gleich mit Veronikas Lenz, wo der Spargel wächst, und bleibend schöner spanischer Isabella vermixt. Da klatschte niemand nicht mit, helle Begeisterung bis zu hinteren Notsitzen auf der Treppe.
Während der Pause gaben es die Gesinnungstäter (zwei Lehrer, je ein Rechtsanwalt, Psychologe und Vermögensberater) im Garderobengespräch zu: Sie leben mit den Reaktionen des Publikums auf, besonders, wenn Damen in den ersten Reihen außer Rand und Band geraten. Und: Vom Ettenheimer Publikum sind sie besonders angetan - das beruht offensichtlich auf  Gegenseitigkeit.
Jäschterdäh”
Ob rasanter Sprechgesang mit Weltreise vom Mississippi über Popocatepetl und Titicacasee bis nach Freiburg Nord, oder der Beatles verschwäbeltes “Jäschterdäh”, “Play Bach” mit stimmverbalem “muh-muh” und “mähmah”, schließlich das Hauptthema Liebe a’  la Zarah Leander geringfügig verfremdet (“Du bist nicht die Erste, aber meine Letzte könntest Du sein”): zwischendurch immer wieder Stakkato-Applaus.
Schließlich ließen sich die Künstler (längst angediente Fernsehauftritte lehnen sie eher ab, weil sie lieber durch den Kontakt zum überschaubaren Publikum zur Höchstform auflaufen) zu fünf Zugaben bereit klatschen.

Haslach ( 30.01.2010)
Balsam für die Seele” war es nicht, was das Freiburger Männerquintett ”Öl des Südens” am Samstag im Kapuzinerkloster präsentierte. Denn dazu mussten die Gäste viel zu oft lachen. Es gab Balsam in Form von bestem “Kleinkunstschmalz”: fettig, doch nie zu dick aufgetragen.
Die fünf - je nach Gusto grau bis blond melierten - Protagonisten hatten das Publikum vom ersten Moment an im Griff, bereits als Moderator Johannes Ehmann in seiner unvergleichlich trocken-räsonierenden Art ins “musikerotische Event” einführte. Bei seinen Vorstellungen mutierten selbst alte deutsche Rockschmonzetten  wie “Ich nenne alle Frauen Baby” zunächst verbal zu wahren Preziosen, etwa zur “Auseinandersetzung mit der Ikone der postnatalen Frau”. Wer hätte hinter dem nun gleich Gesungenen sozialtherapeutischen Rollenspiel “Tränen lügen nicht” vermutet?
Und stets gelang es der Sangestruppe, die vorformulierten Ansprüche amüsant einzulösen, in ureigenen Arrangements bürstete sie das Gesungene kräftig gegen den öligen Strich. Ob Mackebens “Nur nicht aus Liebe weinen” oder der gute alte “Tangogeiger”, ob Grönemeyers “Männer” oder Deutschers “Marmorstein” - neu arrangiert fiel jedes Lied leicht aus dem Rahmen. Die Choreographie  tat ein übriges, den Abend zum Erfolg werden zu lassen. Minimalistische Bewegungen, dann aber gleich fünffach überraschend schnelle oder überlang gedehnte Wechsel, mit Grandezza überzogene Gesten, ja selbst das einfache “Nur-auf-der-Bühne-stehen” war minuziös mit Text und Gesang abgestimmt - die geistreiche Veralberung bekannter Lieder avancierte zur eigenen Kunstform. Selbst die Pflicht-Reminiszens an die “Comedian Harmonists” wurde so zum Höhepunkt, schließlich kennen Kleinkunst-Liebhaber “Veronika, der Lenz ist da”, “Mein kleiner grüner Kaktus” und die “Schöne Isabella von Kastilien”.  Das Ganze zu einem einzigen Lied verwurstet, zeigte Qualitäten, die den Arrangements der Harmonists in nichts nachstanden.
Die “Caprifischer”, frech kommentiert, “To do Run Run” in Combobesetzung oder gar “In the Mood” auf Schwäbisch - “Öl des Südens” ließ nichts aus. Kein Wunder also, dass die Formation erst nach drei Zugaben von der Bühne durfte.

Lederfabrik Endingen (12.07.2008)
Ein kurzes Aufeinandertreffen der Augen im beschwingten Vorübergehen. Ein Blick, der sich bis in den Grund der Herzen wühlt. Und schon tänzeln die charmanten Herrn weiter Richtung Bühne, hinter sich zurücklassend das Schlachtfeld einer teils hingerissenen, teils amüsierten Damenwelt. Schauplatz ist die Lederfabrik, wo “Badens kleinster und schönster Männerchor” am Samstag sein Debüt gibt.
Auch viele Männer sind neugierig auf die “insgesamt 222 Jahre Erfahrung in Liebesdingen”, die das Freiburger Kult-Quintett “Öl des Südens” anzubieten hat. Schließlich eilt den singenden Komödianten der Ruf voraus, zu wissen, was Frauen wollen. Schmachtend und theatralisch winden sie sich voller Sehnsucht nach Bella Marie, huldigen als Nachfolger der Comedian Harmonists der schönen Isabella und fragen gleichzeitig arglos und hintersinnig: “Kann denn Liebe Sünde sein?”
Insgesamt bewegt sich die liebevolle Botschaft des Abends zwischen “Marmor, Stein und Eisen bricht” und “Du bist nicht die Erste”. Herz- und Boshaft tauchen die fünf a-capella-Sänger ihr Publikum in ein Vergnügen bereitendes Wechselbad aus Schmachtmelodien und Vokalakrobatik. Hemmungslos werfen sich die reiferen Herrn in Pose, zelebrieren singend den weichen Gang des Ladykillers und empfehlen: “Ich nenne alle Frauen Baby...”
Trotz allem Gesangsklamauk lebt das Männerquintett von seiner Tonkunst. Der Takt der Vokale bringt den Klang- und dies in fünf verschiedenen Einsätzen ohne elektrische Hilfe. So haben sie auch kein Problem damit ein Lied horizontal zu kürzen, was heißt, den Text ohne Melodie zum Besten zu geben. “Die gemeinsame Liebe zum Singen, der Spaß an der Parodie und die Freude am Schmachten und Seufzen” haben die beiden Lehrer, den Anwalt, den Psychologen und den Vermögensberater bereits vor 20 Jahren zusammengeführt. Sie kennen sich aus mit Frauen, mit Schlagern, mit der Wirkung von ausgefeilter Mimik, Gestik und Choreographie.
Die Erkenntnis, dass in 87,3 Prozent der Kompositionen von Frauen die Rede ist, hat sie sensibilisiert, sich auch der Minderheit im deutschen Liedgut anzunehmen. So präsentieren sie Herbert Grönemeyers “Männer” in einer von Selbstreflexion triefenden Variante.
Erst nach der dritten Zugabe lässt sie das hingerissene Endinger Publikum ziehen, diese alten Schwerenöter, die noch im Vorübergehen dieser und jener Dame leise lächelnd ins Ohr raunen
“Träumen Sie schön,,,,”

Schlosskeller Emmendingen (14.12.2007)
Es geht einfach runter wie Öl. Gemeint ist das A-Capella des Männerquintetts “Öl des Südens”. Weil ihr Gesang so triefend ans Herz geht, war die Resonanz ihres Auftritts im Schlosskeller wie jedes Mal: Kein Platz war mehr zu haben. Denn die Stimm-Comedy der in die Jahre gekommenen Mannsbilder ist so hinreißend wie vor gut 20 Jahren.
Johannes Ehmann führt wieder einmal süffisant durchs Programm und fragt singend zusammen mit Dietrich Grübner, Christoph Lang-Jakob, Wolfgang Obhof und Gottfried Schrägle: “Kann denn Liebe Sünde sein?” Seit zwei Jahrzehnten fragen sie das. Geblieben sind die schwarzen Anzüge, Fliegen und skurrilen Krawatten. Pomadig hört sich auch ihr “La, le lu” an, mit dem sie ihren Abgang ankündigen. Aber viel Pomade ist nicht mehr im Haar. Ihr Programm ist inzwischen nicht nur zu einem guten Teil eine nostalgische Reminiszenz an die legendären “Comedian Harmonists”, sondern ihre Mischung aus Ironie und Schmachtmelodien ist selbst schon Regiokult. Trotz allem Gesangsklamauk lebt das A-Capella des Freiburger Ensembles von ihrer Tonkunst.
Öl des Südens singt die bekannten Schlager und Evergreens der 20er- und 30er Jahre und in diesem Stil auch neue Stücke, etwa aus der Pop- und Rockecke. Aber wenn ein Anflug von Rock hinein spielt, wie in Grönemeyers “Männer”, dann wird die Virilität so tenorig, dass die sentimentale Huldigung an das starke Geschlecht zum lächerlichen Fünfklang wird. Da sie angeblich mehrheitlich Schwaben sind, bekommen auch die Beatles eine eigene Note. “Jeschderdey” kommt an.
Insgesamt bewegt sich die liebevolle Botschaft des Abends zwischen “Liebling, mein Herz läßt dich grüßen” und “Für dich ist tausendfach Ersatz”. Und wieder muss ihre Stimmakrobatik betont werden. Ihr Zug über die Landkarte kommt ohne Musik-Melodie aus. Der Takt der Vokale bringt den Klang. Die Vokal-Melodie von Titicacsee kann man sich auch geschrieben vorstellen. Dies in fünf verschiedenen Einsätzen erzeugt einen Witz, dem sich keiner im Keller entziehen kann. Hinzu kommt die Theatralik, mit der die alten Liebeslieder durch den Kakao gezogen werden. Denn die Aufforderung “Nur nicht aus Liebe weinen!” erfordert nun mal etwas Grimasse.
Witzig und originell macht das Quintett den Abend zu einem ausgesprochen kurzweiligen. Dabei gehört der überbordende Applaus schon zur Choreographie. Wie die Zugaben. Manche können nicht genug bekommen. Die ölige Huldigung von Liebe und Leid könnte so schnell nicht wiederkommen.

Haslach, Kleinkunstreihe im Kloster (20.01.2004)
Yäschterday” und andere Evergreens
Grandioser Auftakt der neuen Kleinkunstreihe im Kloster mit dem Gesangsquintett “Öl des Südens”
Wer meinte, dass opulente zwei Mal 50 Minuten a-capella-Gesang kein abendfüllendes Programm ergeben, wurde vom Freiburger Männerquintett “Öl des Südens” nachhaltig eines besseren belehrt. Was der “kleinste Männerchor Südbadens” im Refektorium des Alten Klosters bot, war eine Bühnenshow, die keinen Vergleich mit hochkarätigsten Profiensembles zu scheuen braucht.
Es fällt schwer, diesen in jeder Hinsicht gelungenen Abend angemessen zu beschreiben. War es der perfekte Gesang, der das Publikum vom ersten Stück an in den Bann zog? Waren es das filigran ausgefeilte Arrangement und die liebevoll-ironische Bearbeitung von bekannten Gassenhauern, Schlagern, aber auch eines gregorianischen Chorals? War es der Wortwitz von Johannes Ehmann, dessen skurril-hintergründige Moderation sich nie nach vorne drängelte, sondern stets dem angenehme intelligenten Wortspiel huldigte und so zum Balsam für die von mäßiger Fernsehcomedy wund- geriebenen Zuschauererwartungen wurde?
Wen dieses noch nicht überzeugte, der war spätestens vom perfekten Zusammenspiel der Akteure auf der Bühne hin- und weggerissen; während eine Zweiergruppe, nehmen wir Dietrich Grübner und Wolfgang Obhof, gerade bei einem der Stücke singender und spielender Weise die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht, brauen die anderen drei Akteure als Backgroundchor still und heimlich eine Figur zusammen, die auf dem Höhepunkt der musikalischen Spannungskurve urplötzlich durch eine Drehung, ein gemeinschaftliches Augenzwinkern, ein hervorplatzendes Lachen oder durch sonst einen skurrilen Einfall den Zuschauer zwingt, sofort wieder mitzugehen.
Und schon hat die Truppe erreicht, was sie will: wer ”Öl des Südens” vollauf geniessen wollte, musste jede Sekunde gewahr sein, an den unerwartetsten Stellen im Musikstück wie auf der Bühne selbst eine ironische Geste, einen jede Texterwartung ins Gegenteil verkehrenden Augenaufschlag, eine halbhochgezogene Braue ja nicht zu verpassen.
Wer traut sich schon, Stücke der Könige des Genres, den legendären Comedian Harmonists scheinbar mal einfach zu verwursten und aus “Mein kleiner grüner Kaktus”, “Veronika, der Lenz ist da” und der “Schönen Isabella” ein einziges Lied zu kreieren? Wer wagt sich an eine schwäbische Fassung der Beatles-Ikone “Yesterday” heran, die dann zu einem “Yäschterday” mutiert?
“Öl des Südens” schafft dies spielend. Die Fünfertruppe (im Zivilberuf zwei Lehrer, ein Antiquitätenhändler, ein Anwalt und ein Psychologe) tritt seit 1986 in dieser Zusammensetzung auf: Johannes Ehmann, Gottfried Schrägle, Wolfgang Obhof, Christoph Lang und Dietrich Grübner entwickeln seither ihr Programm stetig weiter. Das Publikum im ausverkauften Haslacher Refektorium genoss den Abend sichtlich und ließ die fünf Künstler erst nach drei Zugaben unter langanhaltendem Applaus von der Bühne.
Die Veranstalter warben auf dem Programmzettel mit dem Slogan “Kleinkunst vom Feinsten”. Damit hatten sie dieses Mal nicht recht, denn was “Öl des Südens” im Kloster boten, das war ”Kleinkunst extra vergine”, feiner und raffinierter konnte es gar nicht sein.


Lahr:
Schwarze Anzüge, Fliegen und Krawatten in aberwitzigen Farben, Pomade im Haar: ein Männerquintett, das a-capella singt: Muss ein Auftritt einer solchen Formation nicht zwangsläufig entweder in einer bierseligen Festzeltatmosphäre oder aber - was wahrscheinlicher ist - in eine bloß nostalgische Reminiszenz an die legendären "Comedian Harmonists" ausarten?
Das Freiburger Ensemble bewies, dass es auch anders geht!
Daß man als ein Männerquintett nicht spurlos an den "Comedian Harmonists" vorrübergehen kann, steht dabei freilich dahin.
So singen die Öl des Südens-Mitglieder zwar die bekannten Schlager und Evergreens der 20er und 30er Jahre und in diesem Stil auch neue Stücke, etwa aus der Pop- und Rockecke, aber sie singen sie anders als gewohnt: Es ist zwar eine Art "Sentimental Journey", aber vordergründige Sentimentalitäten haben keinen Platz im Programm von Öl des Südens. Wo immer Sentimentalitäten auftauchen könnten, da werden sie kräftig durch den Kakao gezogen: Das ist es unter anderem, was den Auftritt des Freiburger Männerquintetts so witzig, so spritzig und so originell macht.
Überspitzt und wirkungsvolle Theatralik, gezielt und dezent eingesetzter Klamauk, Slapstick, ein gehöriger Schuss Ironie und auch Selbstironie, ein knochentrockener Humor, der insbesondere bei den Ansagen zum Ausdruck kommt, so etwa ließen sich die Zutaten beschreiben, mit denen die fünf Sänger ihre Interpretation versehen und ihren Auftritt zu einer ausgesprochen kurzweiligen Angelegenheit machen!